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AI-first Engineering

Prompting ist tot. Context zählt.

Moderne Prompts sind keine Zaubersprüche mehr. Gute KI-Workflows bestehen aus Kontext, Tools, Schemas und Evals.

12. Mai 2026 · Dominic Hückmann

Kurzantwort

2026 geht es nicht mehr um den einen magischen Prompt. Der bessere Ansatz: Kontext wählen, Tools und Schemas definieren, Agent-Regeln setzen und mit Evals prüfen.

Kurz erklärt

Prompting ist nicht verschwunden. Es hat nur die Ebene gewechselt: weg vom Zaubersatz, hin zu einem kleinen System aus Kontext, Tools und Tests.

Der Shift

Alter Prompting-Vibe

  • Den perfekten Satz finden.
  • Mehr Details in einen Prompt stopfen.
  • Antwort lesen und hoffen.

2026-Vibe

  • Den richtigen Kontext zusammenstellen.
  • Unwichtiges bewusst weglassen.
  • Output mit Schema, Tests und Evals prüfen.

Der moderne Prompt-Stack

  1. 01
    Task Contract
  2. 02
    High-signal Kontext
  3. 03
    Tools + Schemas
  4. 04
    Agent-Regeln
  5. 05
    Evals + Traces

Was sich geändert hat

  • Prompting ist weniger Copywriting, mehr Produkt- und Systemdesign.
  • Der Kontext ist Teil des Prompts: Docs, Tools, Memory, Beispiele, State.
  • Für wiederholbare Workflows brauchst du Schemas und Tests, nicht mehr Adjektive.
  • Reasoning-Modelle sollte man nicht mehr blind zu sichtbarem Chain-of-Thought zwingen.

Die neue Formel

klarer Task Contract
+ wenig, aber guter Kontext
+ explizite Tools / Schemas / Beispiele
+ Regeln für Agent-Verhalten
+ Evals zur Kontrolle
= verlässlichere KI

2020 vs. 2026

Altes Prompting

  • Ein perfekter Mega-Prompt.
  • “Think step by step.”
  • Bitte JSON ausgeben.
  • Viele Regeln in einem Textblock.

Modernes Prompting

  • Mehrere kleine Schritte mit klaren Gates.
  • Model-native reasoning effort + kurze Begründung.
  • Schema, Validator, Retry bei ungültigem Output.
  • Kontext, Tools und Beispiele sauber getrennt.

Der Task Contract

Wenn du nur eine Sache übernimmst, nimm diese Struktur:

<role>
Du bist ein präziser Assistent für [Domain].
</role>

<context>
Relevante Fakten, Quellen, Constraints.
</context>

<task>
Tue X für Y Zielgruppe.
</task>

<requirements>
- Nutze nur die bereitgestellten Quellen.
- Trenne Fakten von Empfehlungen.
- Wenn etwas fehlt, sag was fehlt.
</requirements>

<output_format>
1. Kurzantwort
2. Evidenz
3. Empfehlung
4. Caveats
</output_format>

Warum das funktioniert:

  • weniger Verwechslung zwischen Daten und Anweisung
  • leichter wartbar
  • besser testbar
  • einfacher in Agenten und Tools zu übertragen

Context Engineering statt Prompt-Magie

Context Engineering heißt: Du kuratierst das, was das Modell sieht.

Kontext ist mehr als Text

  • Systemregeln: Was darf das Modell, was nicht?
  • Tools: Welche Aktionen sind möglich?
  • Schemas: Wie muss die Antwort aussehen?
  • Memory: Was ist relevant — und was ist alter Müll?
  • Beispiele: Was sieht gut aus? Was ist ein Edge Case?
  • Quellen: Was darf als Fakt benutzt werden?

Agenten brauchen andere Prompts

Ein Agent braucht nicht nur eine Aufgabe. Er braucht Betriebsregeln.

Goal: [objective]

Tools:
- read: inspect files
- edit: change files
- test: verify behavior

Rules:
- Read before editing.
- Use the smallest useful next action.
- Verify before claiming success.
- Stop when success criteria are met.
- If blocked, report the exact blocker.

Success criteria:
- build passes
- changed files listed
- no unverified claims

Agent-Regeln

Machen

  • ✓ Tool-Nutzung klar beschreiben
  • ✓ Stop-Regeln definieren
  • ✓ riskante Aktionen genehmigen lassen
  • ✓ Verifikation als Pflicht einbauen

Lassen

  • × Agenten ohne Grenzen laufen lassen
  • × retrieved Docs als vertrauenswürdige Anweisungen behandeln
  • × alles in einem riesigen Prompt verstecken

Der unterschätzte Teil: Evals

Für echte Workflows reicht “sieht gut aus” nicht.

gewünschtes Verhalten definieren
→ Testfälle bauen
→ Agent laufen lassen
→ Fehler anschauen
→ Prompt / Kontext / Tools patchen
→ wiederholen

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Quick rules

Die 2026-Regeln

  • Schreibe keine Mega-Prompts, baue kleine Pipelines.
  • Nutze Beispiele für Ton, Format und Edge Cases.
  • Nutze Schemas, wenn Output weiterverarbeitet wird.
  • Label untrusted content explizit.
  • Erzwinge kein sichtbares Chain-of-Thought bei modernen Reasoning-Modellen.
  • Teste Prompts wie Produktlogik, nicht wie Poesie.

Quellen

FAQ

Ist Prompt Engineering 2026 wirklich tot?

Nein, aber es ist erwachsen geworden. Der Fokus verschiebt sich von cleveren Formulierungen zu Context Engineering, Tool-Design, strukturierten Outputs und Evals.

Was ist Context Engineering?

Context Engineering bedeutet, bewusst zu entscheiden, welche Informationen, Tools, Beispiele, Erinnerungen und Regeln ins Modellfenster gehören — und welche nicht.

Was ist der schnellste praktische Einstieg?

Starte mit einem klaren Task Contract: Rolle, Aufgabe, Kontext, Constraints, Output-Format, Erfolgskriterien und Verhalten bei Unsicherheit.

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